wurzeln schlagen – putting down roots

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Fein sind sie noch, harwurzelgleich, feiner Flaum spriest jeden Tag ein wenig mehr, wir wurzeln uns ein und strecken unsere Fühler aus in der neuen Heimat. Der Kopf sagt, es waren nur zwei Wochen seit unserem Sprung über den Ozean, das Gefühl sagt, es war jede Menge mehr. Der neue Alltag hat uns umfangen, hält uns in Atem und hilft uns beim Niederlassen. Neues wird erobert und alte Freunde wiederentdeckt, so kürzlich zum Wochenende geschehen in einer gastfreundlichen Küche nicht weit von hier. Grüne Hügel umfingen sanft die städtischen Besucher, unwillkürlich erfasste unbändiger Forscherdrang die kleine Miss, den Fährtensucher und den Herrn Erfinder.

Die Kulinarik kam nicht zu kurz in dieser sonnenhellen Küche. Farm to fork im ganz besonders wahrsten Sinn des Wortes. Wir schmeckten, wir lernten, wir hörten, zum Abend dann klangen blue grass Töne von rostroten Scheunenwänden. Facettenreich ist dieses Land, das uns nun ein Zuhause gibt.

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Berührt im Herzen verließen wir den liebreizenden Fleck mit feinen Dingen im Gepäck. Nachklingend das Wochenende mit peach cobbler, Pfirsiche unter Mürbteighauben in gußeiserner Pfanne gebacken, das Rezept von hier mit Kokosblütenzucker und Kokosraspel abgewandelt.

Zutaten für den Teig: 1 1/4 Tassen Mehl, 1/2Tasse brauner Zucker, 1 1/2 Teelöffel Backpulver,  1 Teelöffel Salz, 6 Eßlöffel Butter, in Würfel, 1/2 Tasse Schlagsahne, 1/2 Tasse Kokosraspel
Zutaten für das Fruchtmus: 5-6 Pfirsiche, in Spalten, 1 Tasse Kokosblütenzucker, 2 Eßlöffel Wasser, 2 Teelöffel Stärkemehl

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die trocken Zutaten für den Teig in einer Schüssel vermischen, die Butterwürfel hinzufügen und mit den Fingerspitzen in die Mehlmischung einarbeiten, bis sich kleine Krümel formen. Sahne und Kokosraspel hinzufügen und alles schnell zu einem krümeligen Teig verkneten. In Wachspapier einwickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Für das Fruchtmus Pfirsiche und Kokosblütenzucker in der gußeisernen Pfanne ca. 8 Minuten weichkochen, dabei ab und zu umrühren. Währenddessen das Stärkemehl in zwei Eßlöffel Wasser auflösen, zum Pfirsichkompott geben und noch etwa 2 Minuten eindicken lassen.

Den Teig in acht Stücke teilen und jeweils zu Scheiben formen. Die Teighäubchen auf die Fruchtmischung setzen, mit etwas Zucker bestreuen und alles ca. 30 Minuten im Ofen überbacken. Noch warm servieren.

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Wir lernen und wurzeln weiter.

Nikki+++

mußelücken – filling in the gaps

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Lücken in der Wolkendecke nach Regentagen. Wie Sonnenstrahlen, die sich durch die grauen Nebelschwaden stehlen, nehme ich mir leise Mußestunden im wirbelnden Betrieb der letzen Wochen. Stille Momente zwischen Räumen und Packen, Lücken der Muße im Wirbelsturm des Übergangs.

Wie hier und da erprobt, sammeln sich Kopf und Herz in meinem Fall am besten, wenn Nadeln und Faden durch die Hände wandern, Fäden über verschlungen Pfade durch textile Landschaften reisen und so mancher Knoten im Gepäck sich dabei ganz einfach löst. Nun also diese Technik im Verbund mit diesem Schnitt auf neuen Wegen.

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Auf und Davon machen wir uns schließlich und endlich, zählen statt Wochen nur Tage noch. Möbel verschwinden, Kartons stapeln sich, Notwendiges wird von Entbehrlichem getrennt. Was braucht es, ein Lebenskapitel zu schließen, um dem Neuanfang entschlossen entgegen zugehen? Mut zur Lücke in jedem Fall und Lust, sie zu füllen mit heiterem Müßiggang. Erinnerungen sammeln, stillstehen und atmen, den Wolken beim Wandern zusehen. Die Dinge tun als sei es zum ersten und nicht zum letzen Mal.

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Kein Abschied ist für immer.
Wir sehen uns wieder
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dort drüben dann!

Nikki+++

dazwischen – in between

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Dazwischen liegen Wochen, seit ich zuletzt an diesem Ort verweilte. Dazwischen flogen Monate dahin, die sich unendlich in die Länge zogen. Dazwischen liegen Himmel, Erde und ein Ozean. Dazwischen vergingen Jahre, in denen wir die Weite überbrückten und unverdrossen an der Vision der Zukunft sponnen. Dazwischen ist Packen und Verwahren der Vergangenheit. Dazwischen schwirren Entwürfe und Hoffnungen für den Neuanfang. Dazwischen verlangt Aushalten und Ausharren im unklaren Zeitverlauf.

Die Zeit dazwischen ist die längste, wenn wir auf unsere Zukunft blicken und doch die kürzeste, wenn es ans Abschiednehmen geht. Unser Dazwischen ist zwiespältig, ist rasend schnell und langsam kriechend, ist unbestimmt und dennoch eindeutig begrenzt. Da bleibt nur das Sein, egal ob hier, ob dort. Da bleibt nur, die Gegenwart in genau diesem Moment zu leben. Da bleibt nur, nicht vor und nicht zurück, sondern aufs Jetzt zu schauen.

Jetzt, das ist endlich Sommerhimmel. Jetzt, das ist Summen im Gras und grüne Wiesen. Jetzt, das ist Blütenpracht im Garten und sauere Beeren im Gebäck. Jetzt, das sind Schuljahresende und noch einmal Fußballfreuden. Jetzt, das ist im See eintauchen und lange Abende auf dem Balkon. Jetzt, das ist Loslassen und Abschiednehmen. Jetzt, das ist nah sowie fern. Jetzt, das ist Kontrolle aufzugeben und sich auf Ungewisses einzulassen.

 

Jetzt, das ist Vorfreude und Purzelbäume,
jetzt ist anstrengend und belebend zugleich.

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Verweilt noch ein wenig mit uns im im Dazwischen,
denn unsere Zukunft beginnt jetzt.

Nikki+++

 

 

smitten – hingerissen

 

 

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Ich bin ganz grundsätzlich und sowohl in der Ausnahme als auch in der Regel eine Freundin der neutralen Farben. Wenn es um meine eigene Garderobe geht, dann bevorzuge ich das Geradlinige, Unauffällige, nicht zu übermäßig Gemusterte, nicht üppig Gefältelte, nicht Spitzenverzierte und ganz besonders nicht das Glänzende. Goldton trage ich lieber im Haar als am Körper und ebensolcher Hang zur Schlichtheit führt mich bei der Stoffauswahl zumeist in den Breich der Naturfasern. Ich gebe zu, bei der Kleiderwahl bin ich stur, beinahe an der Grenze zur Borniertheit. Experimentieren? Gar etwas wagen? Niemals!

Dennoch, kürzlich wühlend in der Restekiste einer großen Stoffabteilung, umschlang plötzlich und unerwartet ein Stück Goldlamé meine Hände. Es schmiegte sich wohlig und vertraulich an, warm schmeichelnd stahl es sich mit cremefarbenem Lächeln in mein Herz. Ich war hingerissen vom schimmernden Glanz, hoffnungslos der eleganten Glätte verfallen, restlos verliebt in die goldstrahlende Schönheit.

Kürzlich hatte ich hier von diesem Buch gelesen, im Übrigen ein empfehlenswerter Ort, wenn man Freundin japanischer Schnitte ist. Sogleich ward  hier bestellt, zügig kam das Heft um die halbe Welt geflogen, reich an bebilderter Anleitung, sodass die mangelnde Beherrschung japanischer Schriftzeichen ein zu vernachlässigendes Hinderniss darstellt. Die Schnitte allesamt, wie von mir geliebt, ohne Schnörkel, auffällig in ihrer Unauffälligkeit, nun also gepaart mit dem Stoff meines Herzens.

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Überraschend angenehm war das Material zu vernähen, es rutschte und schlitterte nur wenig, lediglich das Kragenband wollte nicht ganz glatt von der Hand gehen. Charme jedoch, so hört man, liegt in der Unvollkommenheit. Das zierliche Schleifchen am rückwärtigen Halsausschnitt fügt der Schlichtheit überraschende Raffinesse hinzu. Ein Schelm, wer gerne daran zöge!

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So machten wir uns auf in der Gesellschaft eines anthrazitfarbenen Rocks in A-Linie, der sich in bescheidener Zurückhaltung übte und lediglich mit sanft glänzendem Wollsatin die Attraktivität der Hauptdarstellerin unterstrich.

Der Anlass, des neuen Gewands würdig und in liebgewonnener Begleitung, war hinreißend.

Nikki+++

PS: mehr Hinreißendes heute zu betrachten beim MeMade Mittwoch.

 

 

 

hitched – am haken

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Untergehakt durchs Leben zu gehen ist grundsätzlich eine schöne, Großmut erzeugende Weise, der die meisten von uns Vielseitiges abgewinnen können und die uns nur selten an Umtausch oder Rückgabe denken läßt. Während manche Unterzuhakende uns nicht ein Leben lang begleiten und sich dann und wann als Auslaufmodell erweisen, ist dies meist nicht das Ende des Unterhakens, das es in den unterschiedlichsten Modellen und Zuständen gibt.

Nun ist mein Untergehaktsein generell von zugeneigter Langmut geprägt, was die gemeinsame Nutzung von Räumen und Gegenständen angeht. Dennoch gibt es einige, wenige Bereiche, in denen ich ganz eigen und nur mäßig tolerant bin. Eine solche, milde Gereiztheit erzeugende Situation ist das Durcheinanderwirbeln meiner pedantischen Ordnung im Necessaire durch den vielgeliebten Reisebegleiter.

Umso schöner, dass ein von mir einst gern getragener, aber letztendlich etwas abgenutzter Rock aus Leder eine neue Bestimmung suchte. Tipps und Tricks für das Vernähen kamen von hier. Ein stärkendes Vlies gab dem weichen Leder die stabile Form, ein Futter aus Wachstuch hält nun Rasierschaum und Zahnpasta vom feinen Äußeren fern.

 

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Trotz oder vielmehr wegen großer Zuneigung zum eben erwähnten Gefährten, bin ich zur Überzeugung gelangt, dass wir mit diesem Taschentrick auch weiterhin in ungetrübter Harmonie untergehakt die Welt durchstreifen werden.

Nikki+++

PS: auch immer des Einhakens wert ist der creadienstag.

feine täschnerei

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Geraume Zeit ward nun die Täschnerei in unserem Hause stillgelegt. Andere Herausforderungen beschäftigten uns, allen voran eine Vielzahl von herzensnahen Nadel- und Fadenprojekten, die sorgsame Verknüpfung loser Enden und ebensolch liebgewordene Mußestunden über Backrezepten und deren Verkostung. Das Beutelschneidern musste dafür eine Pause einlegen.

Da die junge Dame und auch die Frau Mama, sowie der Mr. Gatte und sogar der heranwachsende Herr Erfinder bei häufigen Reisen den gelegentlichen Bedarf an feinen Etuis, Portefeuilles oder auch an ordinären Beuteln zum Verstauen notwendiger Gegenstände verspüren, wollte, inspiriert von einem Rest Leder, der in bereits besagter Aussortierarbeit zu Tage befördert wurde, ein solch feines Tascherl geschneidert werden. Nicht unerwähnt sollen in diesem Zusammenhang die begeisternden Beispiele von ulma und jenny bleiben, die uns als anregende Vorbilder dienten.

Bliebe noch zu sagen, dass nicht nur das Lederstück, sondern auch der formschöne Reißverschluß aus einer Sammelkiste stammt und dass nur das Lederschnürl und die liebreizenden Holzperlen neueren Datums sind.

Sollte die geneigte Leserin das Bedürfnis verspüren, dieses schnelle Projekt nachzuschneidern, dann empfehlen sich zwei Lederstücke in Form eines Trapezes, deren obere Kanten beidseitig etwas länger als der zu verwendende Reißverschluß sein sollten. Die Kanten ca. 1,5 cm einschlagen und von rechts auf die beiden Seiten des Zippers nähen. Den Verschluß leicht öffen, auf links wenden und die Seitennähte und die untere Naht schließen, wobei die zwei Seitennähte über die Zacken des Reißverschlusses geführt werden sollen. An der unteren Kante von links jeweils eine Taschenecke nähen, wenden und das Lederperlengebändsel nach Geschmack ergänzen. Für das Täschnerprojekt sollte eine Ledernadel in Stärke 100 und fester Zwirn zum Einsatz kommen.

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Für mehr Feintäschnerei und andere handgefertigte Objekte sei heute wieder der creadienstag zur Exploration empfohlen.

Nikki+++

 

fingerübungen

Origami_Blumenkranz

 

Das Jahr begann am Meer. Sonnenbalsam auf der Haut und die Füße im warmen Golfstrom. Muschelkalk an Stelle von Sand. “Oh!”, rief die kleine Miss verzückt, “es ist ganz kühl unter den Sohlen!”, während der Herr Erfinder sich angelegentlich unter ein Handtuch verzog ob des Strahlens in der dunklen Winterzeit. Weiß wie Schnee der Strand im Dezember, faule Sommertage im Januar. Wären Sanddollars des Geldes wert, dann ist unser Fährtensucher nun ein reicher Mann.

Über Tage reisten wir die Küste entlang zur südlichsten Spitze der zweiten Heimat, fanden dort Blütenfülle zwischen Weihnachtslichtern und Palmblätter, die sich sanft im Winterwind wiegten. Ein tropischer Zauber erfaßte unsere Alpenherzen, die noch verweilen und sich nur schwer trennen wollten.

Der Westwind trug uns zurück in nördliche Gefilde, wo wir Alltag und nur ein ganz klein wenig weißen Winter fanden. Abschließen hieß es schon gleich zum Jahresanfang, zu Ende bringen, was viel zu lang gedauert hat. Ein Stück Gepäck ist abgeworfen, frei nun der Kopf, um den Blick nach vorn zu richten. Das neue Jahr verheißt uns Veränderung, verspricht uns, dass aus steter Hoffnung nun Gewissheit werden soll. Langsam beginne ich Überflüssiges abzuwerfen, Fingerübungen noch, ein Stück weniger hier und ein Eck leerer dort, ein Stapel, der mitgehen und ein Stapel, der hierbleiben wird. Ein halbes Leben über den Ozean zu ziehen, heißt Dinge loszulassen.

Tag am Meer_01

Fingerübungen macht auch die Muse, die zukünftig wieder häufiger zu Gast sein soll. Papierfalten bringt Ruhe in Zeiten der Veränderung, verlässlich wiederkehrende Bewegungen halten mich fest auf der bewegten See in mir. Die Inspiration für den Blütenkranz kam von hier, die Faltanleitungen für die zauberhaften Tulpen gab es einst bei Caro, die Lilien und die großen Blüten fand ich diesem Buch, fraglos ein Exemplar für den “Mitgehen”-Stapel.

Origami_Blumenkranz_Blüten

Tage am Meer im Januar, Blütenregen im Februar.
Auf eine Zeit voll kleiner und großer Wunderblumen in den Monaten, die noch kommen werden.
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Auch immer eine Fingerübung (klick) wert,
das Kreativreigenwunder beim creadienstag.

Nikki+++

 

auskringeln

Zitronen-Spitzbuben_nikkioutwest_2015citronellig.
Pyramide_Erzgebirge_nikkioutwest_2015























es kringelt und schimmert.
Baiserkringel_nikkioutwest_2015und klingt froh aus.

 

Herbstausklang bei frühwinterlichem Licht in der Lagunenstadt mit Citronelli und mehr von hier.

Einläutend die stade Zeit mit warmem Kerzenschein und liebgewonnenem Holzleuchten. Kreise ziehend auf Engelsflügeln durch den Advent, immer wieder spitzbübisch und florentinisch.

 

Froh gestimmt machen wir uns auf den Weg.
Unserem Stern folgend.
Leiser Ausklang mit Aussicht auf Auf und Davon.

 

Klingt gut und froh aus.

Nikki+++

 

 

 

nähen in gedanken

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In diesen Tagen drehen sich die Gespräche mit der kleinen Miss und dem Herrn Erfinder naturgemäß und ausgiebig um Wunschlisten und ums vorweihnachtliche und vorgeburtstägliche Wünschen. Meist ist schnell geklärt, was sich die beiden heftig und innig wünschen und es wird daran anschließend ebenso ausdauernd überlegt, wer denn alles als zu Bewünschender in Frage käme. Sobald sie dann alles durchkalkuliert und organisiert und ihre Wünsche erfolgreich auf den Weg gebracht beziehungsweise den lieben Anverwandten ans Herz gelegt haben, muss man ihnen zugute halten, dass sie dann noch gerne etwas Zeit mit den Gedanken über die Wünsche der Anderen verbringen.

Da es immer so besonders schwierig ist, die Wünsche der lieben Mama zu erahnen, ergreifen wir an dieser Stelle gerne die Gelegenheit für einen kleinen Exkurs zur Bedeutung des Schenkens im Sinne von in Gedanken inne zu halten, sich in den Anderen einfühlen und ihm Aufmerksamkeit schenken.

Diesem Motto folgt heute der zweite Teil von Milas Nadelkissentausch. Sie hat uns gebeten, in unserer persönlichen und in meinem Falle oft auch selbstbespiegelnden Näh-, Häkel-, Back- und Schreibroutine innezuhalten und einer Anderen im virtuellen Raum unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Wir sollten uns einfühlen in die Farb- und Gedankenwelt der Anderen, wir sollten mit ihr in Gedanken nähen und handarbeiten, um sie dann mit dem Ergebnis unserer Exploration in Form eines Nadelkissens zu beschenken.

Das Ergebnis meines Nähens in Gedanken war ein Nadelbrief aus dünnem Wollfilz, verziert mit einer alten Borte und einem Verschluß mit Perlmutknopf. Das Innenleben ist aus weißem Filz, dreifach vernäht mit Platz für ein Steck- und Nähnadelsortiment, funktional und handlich zum Mitnehmen aufs Sofa oder auch an den Badestrand.

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Damit habe ich Anja, hoffentlich gelungen, mit meiner Aufmerksamkeit beschenkt.

Nikki+++

 

 

 

 

reisegefährtin

Nadelkissentausch

Kürzlich erreichte mich Post, die Absenderin klang mir unbekannt. Milas Nadelkissentauschkarussell hatte sich munter zu drehen begonnen und auch bei mir Überraschendes in den Briefkasten gelegt. Im Umschlag eine Nachricht, detailreich und gedankenvoll, mit der Nadel verfaßt. Sie berichtete von den Delphinen, die an der Atlantiküste über Wellen tanzen, sie schrieb mir von den Wolkenbildern, die den weiten Himmel schmücken und fügte bei das grüne Gras der Salzwassermarschen, das sich sanft im carolinischen Winde wiegt. Die Nadelkünstlerin hatte sich meiner angenommen und mir einen Herzenswunsch erfüllt: ein Nadelbrief für meine Häkelnadeln. Sollte mir dieser je auf meinen Reisen abhandenkommen, so hat sie ihn in weiser Voraussicht mit meiner Adresse bestickt, auf das der geneigte Finder die Bedeutung des Inhalts erkennen möge und mir den Umschlag möglichst rasch zukommen ließe.

Hab Dank, unbekannte Nadelkünstlerin, für diese berührend einfühlsame und kunstfertige Umsetzung meiner skizzenhaften Worte.
Du wirst mir eine wertvolle Gefährtin auf meinen Reisen sein.

Nikki+++